Hydranten + Löschwasserversorgung      
Allgemeine Fragen zu Hydranten
 
1.) Überflurhydrant ohne Fallmantel   

Der Überflurhydrant ist überirdisch fest installiert und hat mehrere Abgänge mit genormten Kupplungen, üblicherweise in der Nenngröße B oder C und seltener auch A. Dies ist auch abhängig vom Durchmesser der Zuleitung. Der A-Abgang wird meist in der Industrie und bei größeren Wohnanlagen benutzt, um größere Wassermengen aus dem Netz entnehmen zu können.
 
2.) Überflurhydranten mit Fallmantel   
Überflurhydranten mit Fallmantel sind eine Unterart der Überflurhydranten. Die B-Abgänge, die jeweils ein eigenes Absperrorgan haben, werden mit einem Fallmantel verdeckt, der sie vor Verschmutzung und Beschädigung schützt. Der Abgang mit der Nenngröße A wird meist bei besonders gefährdeten Objekten wie Flughäfen oder Industrieanlagen verwendet.

Zur Inbetriebnahme des Hydranten wird mit dem Innendreikant am Hydrantenschlüssel ein Dreikant im Hydrantenkopf gelöst, wodurch der Fallmantel herabgleitet und die oberen Entnahmeventile freigibt. Durch Drehen des gesamten Kopfes wird der Ventilkegel geöffnet, die in der Säule enthaltene Luft entweicht durch das einströmende Wasser über ein Entlüftungsventil, auch Merkbolzen genannt. Der Merkbolzen verhindert auch das Verschließen des Fallmantels, bevor der Hydrant nicht geschlossen und die Wassersäule über die selbstständige Entleerung abgebaut wurde. So wird ein Einfrieren verhindert.
 
3.) Unterflurhydrant - DIN-Hydrant - Württemberger + Berlin   
Die Unterflurhydranten befinden sich unterhalb einer Hydrantenkappe, die plan in die Straße eingebaut wird. Der Deckel der Hydrantenkappe wird mit dem Schieberschlüssel ausgehoben und zur Seite geschwenkt, wodurch der Hydrantenfuß zugänglich wird.


Der Unterflurhydrant ermöglicht den Anschluss eines Standrohres. Unterflurhydranten haben den Nachteil, dass sie von Kraftfahrzeugen zugeparkt werden können oder auch durch Schnee oder Eis verfroren und somit oft nicht benutzbar sind. Das Festfrieren des Deckels in der Hydrantenkappe kann durch Einfetten beider Teile oder durch Einfügen einer Plastikfolie weitgehend vermieden werden. Württemberger Schachthydranten sind gängig in Teilen Württembergs. Sie wurden bevorzugt, da diese ca. 1 Meter tiefer als die normalen Hydranten sitzen, und somit die Gefahr des Zufrierens in kalten Wintern umgangen wird. Ursprünglich kommen diese Hydranten aus England, die 1840 von Simpson patentiert wurden. Für Unterflurhydranten ist eine genaue Bezeichnung durch Hinweisschilder, die die genaue Lage des Hydranten angeben, sehr wichtig. Die Hinweisschilder geben die seitliche und rückwärtige Entfernung des Hydranten vom Schild in Metern an.
 
4.) Überflurhydrantenschlüssel, große Ausführung   
Der Hydrantenschlüssel dient der Inbetriebnahme von Überflurhydranten. Mit ihm lassen sich die Überflurhydranten ohne Fallmantel sowie die Überflurhydranten mit Fallmantel in Betrieb nehmen.
Beim Überflurhydranten ohne Fallmantel dient ein großer Innendreikant dem Lösen der A- bzw. B-Blinddeckel an den Storz-Kupplungen der Entnahmestutzen. Am anderen Ende des Schlüssels befindet sich ein Bogen mit einem Bolzen, der in das Kopfteil des Hydranten einrasten kann und so das Öffnen oder Schließen des Hydranten ermöglicht.

Beim Überflurhydranten mit Fallmantel dient ein in der Mitte des Schlüssels befindlicher Innendreikant zum Betätigen des im Hydrantenkopf befindlichen Dreikants, wodurch der Fallmantel gelöst wird und herabgleitet. Der große Dreikant dient ebenfalls dem Lösen des A-Blinddeckels.
 
5.) Aufsetzen des Standrohres im Unterflurhydranten   
Standrohre dienen zur Wasserentnahme aus Unterflurhydranten. Um Unterflurhydranten bedienen zu können, benötigt man allerdings noch den Unterflurhydrantenschlüssel (keine Armatur).

Das Standrohr wird mittels Bajonettverschluss (korrekt: Klauenverschluss) auf den Unterflurhydranten aufgesetzt und verriegelt. Es besitzt meist zwei genormte Kupplungen, üblicherweise in der Nenngröße B, und man kann mit Handrädern die Niederschraubventile zur Wasserentnahme öffnen. Allerdings muss der Hydrant selbst mit einem Schieberschlüssel, umgangssprachlich auch Standrohrschlüssel, geöffnet werden.

Alle Hydrantentypen haben ein Fußventil, das auch gleichzeitig als Entleerung wirkt. Dieses Ventil wird über ein Gestänge von oben her mit einem Hydrantenschlüssel oder mit einem Schieberschlüssel beim Unterflurhydranten bewegt. Im Normalfall ist der Hydrant wasserfrei und kann daher auch nicht einfrieren. Die Entleerung erfolgt entweder über ein Schotterbett oder die Regenwasserkanalisation.
 
6.) Armaturen, oder auch Wasserführende Armaturen   
Armaturen, oder auch Wasserführende Armaturen, sind starre Hilfsmittel, die aus unterschiedlichen Gründen vor, zwischen oder am Ende von Schlauchleitungen eingekuppelt werden. Sie sollen den Wasserlauf gezielt beeinflussen.
Bei den Schläuchen zählen nur die im Schlauch eingebundenen Kupplungen zu den Wasserführenden Armaturen, nicht der Schlauch selbst.

Es gibt vier Kategorien der Wasserführenden Armaturen:

Armaturen zur Wasserentnahme
Wie der Name schon sagt, dienen diese Armaturen der Entnahme von Löschwasser. Allerdings nur der Entnahme aus Wasserentnahmestellen, wie z.B. öffentliche Gewässer oder Hydranten, und nicht aus Fahrzeugtanks. Für die unterschiedlichen Arten der Wasserentnahme benötigt man natürlich auch unterschiedliche Armaturen. Näheres dazu bei den einzelnen Beschreibungen.

Armaturen zur Wasserfortleitung
Möchte man das Löschwasser abzweigen bzw. verteilen, ihm etwas zumischen oder den Druck in der Leitung regulieren, so kann man die unterschiedlichen Armaturen zur Wasserfortleitung benutzen.

Armaturen zur Wasserabgabe
Auch hier ist wieder der Name Programm! Alle Armaturen, die am Ende einer Schlauchleitung eingekuppelt werden und mit denen man Wasser abgibt, gehören zu der Gruppe „Wasserabgabe“.

Kupplungen
Kupplungen dienen zur Verbindung von Schläuchen und Armaturen.
 
7.) Feuerwehrzufahrten und Hydranten   
Wenn es brennt, sollte die Feuerwehr so schnell wie möglich durchkommen, um mit den Rettungs- und Löschmaßnahmen zu beginnen.

Oft wird die Anfahrt verzögert, weil durch Falschparker Straßen und Feuerwehrzufahrten blockiert sind. Diese Zeit kann unter Umständen Menschenleben kosten! Wertvolle Minuten gehen verloren, wenn die schweren Gerätschaften weit getragen werden müssen.


Auch wenn eine Straße nicht ausdrücklich mit Halteverbotsschildern oder mit anderen Schildern besonders als Feuerwehrzufahrt gekennzeichnet ist, parken Sie bitte immer so, dass die Feuerwehr mit ihren großen Fahrzeugen noch zügig durchkommt. Auf oder in engen öffentlichen Straßen darf z.B. nur geparkt werden, wenn eine Durchfahrtsbreite von 3 m bleibt. In Kurven ist noch mehr Platz erforderlich.

In Bereichen, die als Feuerwehrzufahrt oder -fläche gekennzeichnet sind, darf überhaupt nicht geparkt werden. Solche Bereiche dienen als Zufahrten und Aufstellflächen für Einsatzfahrzeuge, z.B. für Drehleitern, welche einen großen Aktionsradius benötigen, um wirksam eingesetzt werden zu können.

Gebäude, die weiter von öffentlichen Straßen entfernt liegen, können von der Feuerwehr nicht angefahren werden. Hier müssen oft längere Strecken zu Fuß mit schwerem Einsatzgerät zurückgelegt werden. Daher müssen solche Zugänge eine Breite von 1,25 m und Türbreiten von 1 m haben. Diese Wege dürfen also nicht als Abstellfläche genutzt werden.

Halten Sie bei einem Unglücksfall genügend Sicherheitsabstand zu den Lösch- und Rettungsmannschaften. Behindern Sie deren Arbeit nicht.

Hier appelliert die Feuerwehr an das Verantwortungsbewusstsein. Man hilft dabei aber auch sich selber, da nur durch genügend Sicherheitsabstand eine Eigengefährdung ausgeschlossen werden kann.
Beachten Sie unbedingt die Anweisungen der Feuerwehrleute, denn gerade bei Bränden gibt es oft auch unsichtbare Gefahren durch giftige Dämpfe und Brandrauch.
 
8.) Freihalten der Hydranten   
Die Feuerwehr stellt bei Einsätzen im Winter immer wieder fest, dass ein Teil der für die Entnahme von Löschwasser benötigten Hydranten vereist und oft mit Schnee bedeckt sind. Hydranten sind in der Fahrbahn, im Gehweg oder seltener auch im Randstreifen eingebaut.

Ist dort nicht oder nicht ausreichend Schnee geräumt, geht unnötig Zeit verloren, bis die Feuerwehr den Hydranten anhand des Hinweisschildes aufgefunden hat. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bildet der tauende und wieder gefrierende Schnee auf Hydranten einen dicken Eispanzer und macht der Feuerwehr die Löschwasserentnahme fast unmöglich.

Eine hierdurch verzögerte Brandbekämpfung kann u.U. Menschenleben kosten und hohe Sachschäden verursachen. Deshalb sollten die Anwohner im eigenen Interesse unbedingt die Hydranten für die Feuerwehr von Eis und Schnee freihalten.

Denken Sie bitte auch daran: Auf bzw. über Hydranten ist das Parken verboten!

Hydranten werden durch 25 cm x 20 cm große weiße Schilder mit rotem Rand kenntlich gemacht. Hinter dem "H" für Hydrant ist der Wasserrohrdurchmesser (in Millimetern) und darunter die Entfernung des Hydranten vom Hydrantenhinweisschild (in Metern) angegeben.

Hier ist ein Hinweisschild für einen Hydranten abgebildet. Die Wasserleitung hat einen Durchmesser von 80 mm, der Hydrant hat die Ordnungsnummer 121. Der Hydrant befindet sich 4,8 m vor dem Schild und 5,8 m nach rechts.
 
9.) Kann ich meinen Wandhydranten selber prüfen?   
NEIN, die Instandhaltung der Wandhydranten darf nur durch Sachkundige nach DIN EN 671-3 erfolgen. Sachkundige im Sinne dieser DIN ist, wer über die erforderliche Ausbildung und Praxis verfügt, Zugang zu den erforderlichen Werkzeugen, Ausrüstungen, Informationen und Handbüchern hat und durch Kenntnis aller speziellen Verfahren, die vom Hersteller empfohlenen werden, befähigt ist, Instandhaltungsmaßnahmen entsprechend den DIN-Normen zuverlässig durchzuführen.
 
10.) Welche Fragen haben Sie zu Hydranten...?   
Wenn Sie "HIER" klicken, können Sie uns direkt Ihre Fragen stellen, wir werden versuchen, diese umgehend zu beantworten, sofern es uns dies möglich ist.
 
 
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http://www.dierker-brandschutz.de | Bremen, 16.01.2018 20:19